Wirksame Trainingsmaßnahmen - Was ist zu beachten?
Er oder sie sitzt im Seminar. Nickt, bei dem was er oder sie hört, macht sich Notizen und wirkt sehr interessiert. Und ein paar Tage später? ➡️ Funkstille. ➡️ Alte Muster. ➡️ Keine Veränderung. Das ist kein Einzelfall, sondern (leider) die Regel.
Die meisten Trainings scheitern nicht am Inhalt. Sie scheitern an der Umsetzung im Alltag. Nicht, weil er bzw. sie nicht will. Sondern weil der Alltag keine Veränderung zulässt. Vielleicht kennen Sie genau diese Situation: Mitarbeitende gehen aus Seminaren und Trainings raus, sie sind motiviert und inspiriert und tauchen dann Schritt für Schritt wieder ab. Nicht sichtbar. Nicht laut. Es findet keine Umsetzung des Gelernten mehr statt. Als Chef ärgern Sie sich vielleicht? Sie investieren in Weiterbildung, wollen in Ihr Team entwickeln und trotzdem bleibt die erhoffte Wirkung aus.
Die entscheidende Frage ist: Warum ist das so?
Das eigentliche Problem ist der Denkfehler: Training = Veränderung
Viele Unternehmen setzen auf Training, um das Verhalten der Mitarbeitenden zu verändern. Doch die Realität zeigt:
  • Nur ein kleiner Teil (ca. 15%) setzt Inhalte wirklich um.
  • Ein großer Teil (ca. 70%) probiert es kurz, lässt es aber wieder sein.
  • Und ein kleiner Teil (ca. 15%) probiert es überhaupt nicht! (Siehe Grafik)
Das wird oft als Motivationsproblem interpretiert. Das ist aber kein Motivationsproblem! Das eigentliche Problem ist fehlender Transfer in den Arbeitsalltag.
Nur durch die Teilnahme an einem Seminar oder einer Fortbildung entstehen nicht automatisch bessere Ergebnisse. Veränderung entsteht nicht im Seminarraum. Sie entsteht danach.
Wenn Sie wollen, dass Trainings wirken, sollten Sie an den richtigen "Stellschrauben" ansetzen.
Die Lösung für einen wirksamen Transfer
Wenn Mitarbeitende "abtauchen", liegt das fast immer an diesen drei Bereichen:
  • Mitarbeitende
  • Trainingsstruktur
  • Organisation
Schritt 1: Mitarbeitende - Wollen und können sie überhaupt umsetzen?
Bevor Verhalten verändert wird, braucht es zwei Dinge: Motivation (Warum soll ich überhaupt etwas verändern?) und Selbstwirksamkeit (Traue ich mir zu, dass ich Gelerntes auch wirklich umsetzen werde?). Wenn eines davon fehlt, passiert Folgendes:
  • Menschen hören zu, handeln aber nicht.
Folgende Fragen können zu einem besseren Verständnis hilfreich sein:
  • Ist allen klar, warum z.B. ein Seminar oder Training relevant für das Unternehmen ist?
  • Besteht ein echter Bezug zum Arbeitsalltag der Teilnehmenden?
  • Haben die Teilnehmenden das Gefühl: "Das Gelernte kann ich umsetzen?"
Wenn diese Fragen nicht geklärt sind, kann keine Veränderung stattfinden.
Schritt 2: Trainingsstruktur - Wird die Umsetzung ermöglicht?
Nicht jede Weiterbildungsmaßnahme ist darauf ausgelegt Verhalten zu ändern. Viele Formate liefern Wissen, aber keinen Transfer des Gelernten in den Arbeitsalltag. Entscheidend sind u.a. diese Punkte:
  • Aktives Üben statt passiv nur Zuhören.
  • Konkrete und verbindliche Planung, was ab morgen anders gemacht wird.
  • Inhalte, die direkt relevant und umsetzbar für den Arbeitsalltag sind.
Diese Punkte fehlen häufig in der Praxis und dann entsteht bei allen Beteiligten Frust. Nur gute Inhalte präsentieren führen eben nicht gleichzeitig auch zu einer guten Wirkung. Als Führungskraft können Sie sich und Ihren Mitarbeitenden folgende Fragen stellen:
  • Haben die Teilnehmenden im Training bzw. Seminar wirklich geübt?
  • Gibt es konkrete Schritte für den Alltag?
  • Waren die Trainings auf reale Arbeitssituationen ausgerichtet?
Ohne Anwendung und Übung kann sich kein neues Verhalten etablieren. Zu einem besseren Gesundheitsverhalten erhalten Sie täglich kleine Impulse hier:
Schritt 3: Organisation - Kann Verhalten überhaupt gelebt werden?
Die Organisation ist der meist unterschätzte Hebel. Selbst das beste Training scheitert, wenn das Umfeld nicht passt. Entscheidend, damit Gelerntes umgesetzt werden kann, sind:
  • Unterstützung durch Führungskräfte und Kollegen.
  • Ein klarer Rahmen (z.B. Zeit, Geld), in dem Neues ausprobiert werden darf.
  • Ausreichend Kapazitäten, um neues Verhalten zu üben.
Wenn das fehlt, fallen Mitarbeitende automatisch in alte Muster zurück.
Überprüfen Sie anhand folgender Fragen, wie in Ihrem Unternehmen damit umgegangen wird:
  • Wird das Gelernte im Arbeitsalltag ausprobiert und aktiv umgesetzt?
  • Gibt es einen geschützten Raum, Neues auszuprobieren ohne sofortigen Druck?
  • Haben Mitarbeitende und Führungskräfte überhaupt die Zeit, Veränderungen zu entwickeln?
Wenn das Umfeld nicht "mitspielt", wird eine nachhaltige Veränderung sehr schwer. Weitere Infos finden Sie auch im Blog 001 oder Sie starten mit einer fundierten Analyse.
Was bedeutet das nun konkret?
Wenn Trainings nicht die gewünschte Wirkung zeigen, liegt es fast nie an "zu wenig Motivation". Es liegt daran, dass einer dieser drei Bereiche nicht beachtet wird. die gute Nachricht: Alle drei Bereiche können aktiv gestaltet werden, so dass Trainings, Seminare, Webinare usw. wirksam werden.
Fazit und praktische Maßnahmen
Gewinnerteams entstehen nicht durch mehr Trainings. Sie entstehen durch ein System, das Veränderung ermöglicht. Wir brauchen für ein gesundes erfolgreiches Team:
1. Authentische Menschen, die wissen, was sie wollen und sich selbst vertrauen.
2. Die richtigen Maßnahmen und Trainings mit einem klaren Fokus auf Umsetzung.
3. Ein Umfeld, das gesundes und leistungsorientiertes Verhalten trägt.
Erst wenn alle drei Punkte zusammenkommen, entsteht echte Wirkung.
Wenn Sie auf Ihre letzte Forbildungsmaßnahme blicken: Welcher der drei Bereiche war am schwächsten ausgeprägt? Genau dort liegt Ihr größter Ansatzpunkt. Wenn Sie das Thema strukturiert angehen wollen und wissen wollen, wo aktuell Ihr größter Schmerzpunkt liegt, freuen wir uns auf den Austausch. Ein kurzer Blick von außen reicht manchmal aus, um aus einzelnen Maßnahmen ein funktionierendes System zu gestalten.
Weiter Infos finden Sie hier:
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